Internship Report Weeks 23-24

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Wochenbericht 23 & 24

Interns: Manuel Wilms & Luca Schnur

Die vergangenen zwei Wochen waren besonders didaktisch und für unseren zukünftigen Job als Lehrer besonders aufschlussreich. Es standen verschiedenste Projekte an, als auch ein Besuch an einer amerikanischen Highschool. Diese Aktivitäten möchte ich im Folgenden näher beleuchten.

Das Bienenprojekt

Im Rahmen des Bienenprojekts wurde das Leseverständnis sowie verschiedene Schreibaufgaben der Schülerinnen und Schüler mit kreativer Arbeit in Form eines sogenannten Lapbooks vereint. Das Projekt wurde von Frau Alexandra sorgfältig geplant. Da sie selbst als Imkerin aktiv ist, stand der Klasse eine echte Expertin für dieses Themengebiet zur Verfügung. Das Projekt beschränkte sich jedoch nicht nur auf den theoretischen Teil. Frau Alexandra brachte einen echten Bienenstock mit, sodass die Schülerinnen und Schüler diesen direkt anschauen und anfassen konnten. Zudem hatten sie die Gelegenheit, den von Frau Alexandra selbst hergestellten Honig zu testen und eigene Kerzen aus Wachs zu fertigen.

Dieser Praxisteil stieß bei den Lernenden auf sehr positive Resonanz, da sie die Inhalte selbst erforschen konnten, anstatt lediglich theoretische Texte zu lesen, und zudem die Möglichkeit hatten, eine Expertin direkt zu befragen. Aus didaktischer Sicht war das Projekt äußerst aufschlussreich, da hier verschiedene Disziplinen erfolgreich miteinander verknüpft wurden. Das Leseverstehen und die Schreibaufgaben deckten den klassischen Unterricht ab, während das Lapbook das kreative Arbeiten förderte und der Bienenstock ein eigenständiges Erforschen ermöglichte. Thematisch passend zum Bienenprojekt probten zwei Schüler zudem ein kleines Schauspiel. Sie lernten einen Dialog auswendig, den sie am 30. Mai im Rahmen der Abschlussfeier vor den Eltern aufführten.

Das Migrationsprojekt

Dieses von mir selbst geplante Projekt befasste sich mit der deutschen Migration nach Amerika, angefangen bei den „Original 13“, den sogenannten Krefeld 13, bis hin zur Gegenwart. Inhaltlich passte das Thema hervorragend zu meinem Studienfach Geschichte. Gleichzeitig konnte ich die Ausarbeitung als Vorbereitung für eine Hausarbeit nutzen, die ich im Rahmen eines Hauptseminars über genau dieses Thema verfasse. Zur Vorbereitung habe ich zunächst eine Gliederung erstellt, die das allgemeine Grundwissen zur Migration mit Fakten zu Push- und Pull-Faktoren, der Überfahrt nach Amerika sowie den damit verbundenen Gefahren umfasste.

Darauf aufbauend wurden die Krefeld 13 im Detail behandelt, da es sich hierbei um die erste organisierte Migrationsgruppe aus Deutschland nach Amerika handelt, ergänzt durch die Themen Germantown, William Penn, das „Holy Experiment“ und den historischen Protest gegen die Sklaverei. Die Vermittlung dieser Themen erfolgte bewusst nicht im klassischen Frontalunterricht, sondern band gezielt Methodenkompetenzen ein. Ich plante die Einheiten so, dass ich den Schülerinnen und Schülern eine Einführung in die Quellenanalyse gab, welche ein zentrales Werkzeug von Historikern darstellt. Zwar waren die SuS bereits vertraut mit der Quellenanalyse aus ihrer Schule, jedoch nicht auf diesem Level. Besonders herausfordernd schien hierbei auch die Sprache, denn die Quellen waren aus dem 18. Jahrhundert und somit war diese nicht auf Hochdeutsch verfasst. Dieser Herausforderung stellten sich die SuS jedoch erfolgreich. Ebenso wurde eine Bildanalyse integriert, was das Projekt deutlich interaktiver gestaltete und einen bloßen Vortrag verhinderte.

Neben den Krefeld 13 wurden weitere berühmte Beispiele wie Levi Strauss oder Walter Gropius behandelt. Auch hier wurde intensiv mit Bildern gearbeitet, um zu verdeutlichen, wie deren Einfluss Amerika bis heute prägt. Zum Abschluss des Projekts schufen wir einen Bezug zur heutigen deutschen Migration nach Amerika und thematisierten den American Dream. Ich stellte den Schülerinnen und Schülern die kritische Frage, ob dieser heute überhaupt noch existiert, was eine angeregte Diskussion auslösen sollte. Abschließend wurden auch die Schattenseiten der Migration beleuchtet, da für eine vollständige und differenzierte Beurteilung alle Seiten betrachtet werden müssen. Des Weiteren baute ich über das ganze Projekt über Vokabelfragen ein. Hierdurch sollte auch sichergestellt werden, dass die SuS auch das passende, deutsche Vokabular zu diesem Themengebiet lernten.

AP-Prüfungen und Besuch der Claremont High School

Der primäre Grund für den Besuch der Claremont High School war die Begleitung unserer Schülerinnen und Schüler, welche dort die AP-Prüfung im Fach Deutsch ablegten, wodurch sie bereits Credit Points für das College sammeln konnten. Luca und ich hatten vor Ort nicht nur die Gelegenheit, im Unterricht zu hospitieren, sondern durften auch selbst aktiv unterrichten. Wir stellten den dortigen Lernenden, die ebenfalls Deutsch unterrichtet werden, unsere Heimat im Rahmen einer interaktiven und teils bilingualen Präsentation vor. Darüber hinaus wurde uns die Schule von mehreren Lehrkräften vorgestellt, wodurch wir tiefe Einblicke in ein völlig anderes Schulsystem gewinnen konnten. Besonders auffällig war, dass das Thema der mentalen Gesundheit an der Schule eine zentrale Rolle spielt, was sich in einem eigenen Gremium zeigt, das sich um das Wohlbefinden der Schule kümmert. Den Jugendlichen stehen verschiedene Rückzugsorte zur Verfügung, wie etwa ein Meditationsraum, in dem absolute Stille herrscht, und sie können sich jederzeit an feste Ansprechpersonen für Probleme jeglicher Art wenden.

Generell bietet die Schule ein riesiges Spektrum an Aktivitäten an, das von Schauspiel über Basketball, Football und Schwimmen bis hin zu Golf reicht. Das Schulsystem selbst unterscheidet sich grundlegend vom deutschen Modell, da die Lernenden in ihren Kursen Punkte sammeln, die letztlich darüber entscheiden, welches College sie besuchen können. Zudem besitzen die Lehrkräfte eigene Klassenräume, die sie individuell gestalten dürfen, während stattdessen die Schülerschaft nach jeder Stunde den Raum wechselt. Während das Mensaessen für alle kostenlos bereitgestellt wird, sind die Prüfungen selbst jedoch kostenpflichtig, was Fragen hinsichtlich der Chancengleichheit aufwirft. Insgesamt bot der Besuch einen hochinteressanten Einblick, bei dem die gewaltigen Unterschiede zum deutschen Schulsystem sehr deutlich wurden.

Außerschulische Aktivitäten

Ergänzend zum schulischen Programm wurden in den vergangenen zwei Wochen verschiedene außerschulische Aktivitäten wahrgenommen. Hierzu gehörten ein Besuch der La Brea Tar Pits, gemeinsame Wanderungen sowie ein Ausflug zum Big Bear Lake.

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